
Ich fotografiere, also bin ich. Ich stand nach meiner Krankheit vor der Entscheidung, mit oder ohne Kamera, als ich mich das erste Mal mit wackeligen Beinen raus vor die Tür machte, und ich hatte keine Vorstellung davon, wie wenige Schritte mein erster Ausflug ausmachte. Aber ich entschied mich für die Kamera. Mein großes Glück.
Ich habe meine immer dabei. Ich merkte gleich, dass ich nicht weit kam, zweihundert Meter, schon im Park aber noch nicht drin. Also nicht wirklich ein Erfolgsgefühl. Mit der Kamera sehe ich sowieso Dinge, die mich faszinieren. Das machte mich froh, sodass ich den Weg zurück schafft und mich danach immer wieder auf den Weg machte. Es muss ja auch einen Grund geben, Sinn machen, aus dieser Welt kam ich und so wollte ich auch wiederzurückkehren. Da ich eine Bushaltestelle vor der Haustüre hatte, konnte ich mich konditionieren, ich ging weg von zuhause, und wenn ich nicht mehr konnte, in München ist immer eine Bushaltestelle in Reichweite und der Bus bringt mich nach hause..
Meine Motive sind andere geworden. Ich stelle es fest und freue mich. Meine Bilder sind ganz eng mit mir verwoben. Heute bin ich offenporig und lasse mich ansprechen von meinen Motiven. Sie rufen nach mir, ich muss nur zur Kamera greifen. Die ist immer bei mir. ICH FINDE GEFALLEN! drückt meine Vorgehensweise heute aus.
In Jahren vor meiner Krankheit staune ich, was ich alles gelernt, versucht, ausprobiert, trainiert hatte an Fotografie, Technik, Experimenten. Es war immer ein Spiel, das war mir auch damals wichtig, aber ich suchte, versuchte, war im Rückblick getrieben zu tun.
Das war gut so. Auf dieses Können kann ich heute zurückgreifen, es nutzen, ohne zuviel Energie verschwenden zu müssen, die ich nicht habe oder für das Motiv einsetze.
Kunststücke
Kunststücke erfand ich in der Zeit, als ich Moderatorin der Sony-Community online war. Ich stellte einen KünstlerIn vor, ein Werk mit kleiner Besprechung und zog etwas heraus, von dem wir Fotografierenden etwas annehmen oder umsetzen konnten. Ich liebte es, die wunderbaren Kunstwerke der Museen mit der Fotografie zu verbinden. Deshalb gibt es auch hier viele Anregungen und Ideen, die gerne adaptiert und ausgebaut werden können. Es ist immer nur ein Anfang. Vorzugsweise geht die Idee ihren eigenen Weg und es entsteht wunderbares. Sich an andere Künstler anzulehnen ist im übrigen ganz normal. So oft sieht man in den Werken und aus der Kunstgeschichte heraus von berühmter KünstlerInnen, dass sie sich gegenseitig befruchtet haben, sich in Paris begegnet sind und beeindruckt von einer Technik oder Malweise, diese auch angenommen hatten. Kopieren und veröffentlichen ist verboten, aber im Nachmachen lernen immer gestattet.
