Drei Dinge, die ich teilen möchte
Diese Woche war ich ein wenig unterwegs, zu Fuß, mit den Öffis und mit dem Rad. Alles in meiner nächsten Umgebung, also meiner Stadt. Trotz des heißen Wetters. Es gibt viel zu sehen, und wenn ich meine Bilder betrachte, kann ich nur von Glück sprechen, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit gewesen zu sein.
- Stellt Euch einmal vor, die Straßenkehrmaschine wäre früher gekommen, da wär der Haarreif und das Stillleben gleich weg gewesen.
- Oder die Dekoleute hätten Zeit gefunden, das Schaufenster zu finalieren. Vielleicht haben die Verkäufer:innen auch nur ein Kleidungsstück der Schaufensterpuppe verkauft.
- Das Stillleben finde ich auf einem Platz mittig. Nicht etwa am Rand, nein, mittig vor einem Museum. Vielleicht eine Außeninstallation? Was will uns dieses Ensemble sagen? Diese Fundstücke sind für mich inspirierend, erzählen sie eine kleine Geschichte. Sie lassen meine Phantasie sprühen.

GLU
ECK
Am Fahrradständer, ich stell mein Fahrrad ab und sehe diesen Haarreif.
SCHA
TTEN
Hände, eigentlich Arme, die am Deko-boden liegen. mit all ihren Schatten. Ich kann niemals widerstehen.

Eine gewagte Installation aus nur drei Dingen.

STILL
LEBEN
Niemals. hätte ich diese Bilder geplant. Ich nehme die Geschenke an, die sich mir bieten. Ein Bild hält mich nicht wirklich lange auf, es zu machen. Würde ich das Bild nicht machen, ich weiß ich würde es bedauern und das Motiv lässt mich nicht los. Es ist unwiderbringbar nicht nachzuholen.
Und nein, mich interessiert es nicht, was die Leute denken, wenn ich ein Bild von etwas mache. Natürlich werde ich angeguckt, wenn ich vor so einem Stillleben in die Hocke gehe und meine Kamera aus der Tasche hole. Sie schauen, was ich so sehe. Und es wird immer einer dabei sein, der es nachmacht. Ist das nicht lustig?
Ich kann Dich nur motivieren, nimm Deine Kamera mit, überall. Fast überall. Probiere es aus. Anfangs kostet es Überwindung die Kamera an ungewohnten bzw. alltäglichen Orten und Plätzen auszupacken und dann wird es immer leichter.
Ein kleiner Tipp: ich kaufe meine Taschen danach, ob meine Kamera hinein passt. Das geht am Besten mit einer kleinen schmalen Kamera, also nicht das Highend-System. Ohne all zu technisch klingen zu wollen, ich benutze eine Festbrennweite. Dieses Objektiv – meist ein 50er – hat die kleinsten Abmessungen.
„Die beste Kamera ist gerade die,
die man dabei hat.“
Eliott Erwitt
Mit der Handykamera geht es natürlich auch, ein Motiv zu fotografieren. Du wirst vielleicht feststellen, dass es von der Bildgestaltung her einen Unterschied gibt zwischen Handykamera und Kamera. Probier das einfach gerne im Vergleich aus und stelle fest, ob es für Dich relevant ist. Letztendlich ist es besser, du machst DAS Bild mit der Kamera, die Du dabei hast, anstatt gar kein Bild.
Für mich ist es wichtig, einen Sucher zu haben. Hier bewege ich mich in einer Welt, die den Unterschied macht. Sobald ich durch den Sucher sehe, bekomme ich den Kopf frei und bin ausschließlich mit dem Ausschnitt und meinen Möglichkeiten beschäftigt. Ich gerate in einen Flow. Ich nehme mehr mit, als dieses eine Bild, ich optimiere, verändere meine Position, es macht was mit mir. Der Fokus ist die Erreichung eines Bildes, das mir in diesem Moment vorschwebt.
Mit dem Handy das meist an ausgestreckter Hand ausgelöst wird, bin ich nicht in meinem Fotografiermodus. Ich habe etwas auf einem Bild festgehalten. Wie gesagt, besser als kein Bild. Diese Bilder sind praktisch für liebe Grüße an Freunde oder Verwandte an die man denkt und gleich verschickt.
Zu jedem meiner Schätzchen oben gibt es noch ein bis ein paar weitere Bilder.
Bei dem Haarreif habe ich mit einem Fahrradpedal experimentiert. Damit wollte ich den Fundort manifestieren. War aber nix.
Bei den Händen waren auf anderen Bildern durch Abstand noch mehr von den Armen zu sehen, aber auch viele Details und Utensilien des Schaufensters, die das Bild überladen und unruhig machen.
Das Stillleben nahm ich auch aus der Vogelperspektive auf, sehr unappetitlich. Ich hatte schon die beste Perspektive gehabt. Vielleicht wäre es reizvoll gewesen, das Stillleben mit dem Platz zu fotografieren, dachte ich so beim Schreiben oben. Aber – zu spät.
Nehme immer Deine Kamera mit!

Hab Spaß und nutze den Augenblick für ein Bild!
Drucke Deine Bilder aus!
LG Doro

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