Fassade

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Fassade nennt sich die äußere Hülle, das Angesicht, die „schöne“ Seite, in diesem Fall die eines Gebäudes.
Folgendes Bild hat mich bewegt, mir über Fassaden und deren Darstellungen Gedanken zu machen:

VOX / 1999 – Öl auf Leinwand / 130,3 cm x 89,9 cm
Deutscher Maler Eberhard Hovekost / 1967–2019

Ich liebe es, Bilder zu studieren, in dem ich das Bild in rechts, links und andere Verhältnismäßigkeit beim Nachzeichnen zerlege. Ich bin also in einem meiner Lieblingsmuseen und sitze vor dem Werk und darf es entdecken: Linien, die nicht so sind, wie das Auge oder der Verstand sich dies wünschen, sondern eine eigene Flucht nehmen. Spannend. So genau wie heute habe ich Linien und Flächen einer Fassade noch nie angesehen.

Wachspastellstifte

Wassertankpinsel

Kleiner Block

Meine Studie macht mir die Linien und Flächen bewußt. – Die Herausforderung des Originals an der Wand bezüglich des Hyperrealismus habe ich nicht angenommen. Farben sind bei diesem Bild nicht mein Thema, die Linien und Flächen, die Ausrichtung, den Ausschnitt zu begreifen hat mich beschäftigt und fasziniert.

Ich sehe:
Ein Hochhaus, Balkone, eine Regenrinne, Wand, eine Satellitenschüssel, ein zugeklappter Sonnenschirm – und mich, meine Position als Betrachter. Ich bin im Gemälde platziert, es gibt eine Position, auf der ich stehe und von dort aus hinaufsehe.

Die Auseinandersetzung und Gedanken ließ mich meine eigenen Hausfassadebilder im Bilderarchiv durchstöbern und ich betrachte meine Bilder mit neuen Augen.

Alles eine Frage des Standpunktes ist meine Erkenntnis. Es darf eine Momentaufnahme sein. Es muss nicht alles im Bild ausformuliert sein. Bezug zur Umgebung ist unnötig. Der Standort des Gebäudes ist unerheblich.

Ich ziehe los um mit dem Gemälde von Havekost und seiner Idee im Kopf Hausfassaden mit Balkonen zu fotografieren und bin gespannt:
Was macht es mit mir?
Werden es andere Bilder als die früheren?
Achte ich mehr auf die Linien?
Woran richte ich die Bilder aus?
Welche Ausschnitte werde ich wählen?

Mein Bericht dazu

Mein Bericht dazu: Es ist aufregend und gleichzeitig habe ich anfangs zuviel Gedanken im Kopf. Ich fotografiere Fassaden, weil ich sie fotografieren will und nicht, weil sie mir zufällig begegnen und mich faszinieren. Diese Kopfblockade überwinde ich aber sofort mit dem Blick durch die Kamera. Ich wähle Standorte, Ausschnitte, neue Perspektiven, ich könnte stundenlang Fassaden fotografieren. Ich erlebe meine nächste Umgebung völlig neu. Manche Häuser verstecken ihre Balkone. Andere Fassaden mit Balkone habe ich im Alltag noch nie wahrgenommen. Ich registriere die Unterschiedlichkeit der Architektur nur bei diesem kleinen Streifzug und finde kleine Details, die einer Fassade das gewisse Etwas geben.

Ich lade Dich ein zu diesem kleinen Abendteuer.

Fotografiere

Wo stehst Du?

Wo stehst Du? Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, mitten auf der Straße (Vorsicht) oder einem breiten Bürgersteig nahe dem Haus?


Frontal

Suche einen guten Platz gegenüber der Häuserfassade. Vielleicht stehst Du sogar auf einer Erhöhung. Oder Du siehst von einem anderen Haus aus einem Fenster auf das Gebäude.


Von unten nach oben

Rücke ganz nah an das Haus heran und fotografiere nach oben.


Ordnung

Nichts schöner, als einen Schirm oder ähnliches zu entdecken, der die grafische Ordnung unterbricht. Es kann auch Grünzeug oder eine Satellitenschüssel sein. Die eckigen Flächen werden angenehm unterbrochen.


Kuck in die Luft!

Ich hoffe und wünsche Dir, ein paar mehrstöckige Häuser in greifbarer Nähe zu haben. Genieße den Spaziergang und schau in die Luft.


Hab Spaß und nutze den Augenblick für ein Bild!

Drucke Deine Bilder aus!

LG Doro


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